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Barbara Engel, Angela Siegmund, Eva Ammermann

Eröffnung 7. Oktober 2017 um 17 Uhr

Öffnungszeiten Do. und Fr. 17-19 Uhr, Sa. 12-14 Uhr
Gespräch mit den Künstlerinnen 27. Oktober 2017 um 19 Uhr
Ausstellungdauer bis zum 28. Oktober 2017

Ausgehend von der unterschiedlichen Betrachtungsweise der Künstlerinnen Ammermann, Engel und Siegmund, den Regeln und Vorschriften zur gewünschten Kleidung im privaten,  kulturellen und sozialen Umfeld, des „Dress Code“, zeigt die Ausstellung Malerei, Zeichnung, Fotografie und eine Fotovideoperformance. „Woman and clothes“ lautete der Buchtitel dreier Autorinnen die sich damit befassten: Warum der alte übergroße Mantel, warum der rote Angora-Pullover, warum die silbernen Doc Martens? Welchen Einfluss haben Freundinnen, Männer, verflossene Lieben und der Kleiderschrank der Mutter? Welche Rituale gibt es beim Anziehen, mit welchen Kleidern hüllt man sich in eine neue Identität? Was sagen wir damit? Welchen Mustern folgen wir, bewusst oder unbewusst? Wir wählen aus, kommunizieren über Stil und Nichtstil.

Karo, Raster, Überlagerungen. In großformatigen Bleistiftzeichnungen, stark stilisierten Figuren mit eingefrorenen Bewegungen, die etwas aus der Zeit gerückt wirken, verarbeitet  Angela Siegmund Erfahrungsschnipsel, die mehreren Epochen entspringen und sich im Muster verweben. Es ist der Geruch, mehr Kleidung als Mode, die sie interessiert, mit ihrer Ordnung und strukturellen Ähnlichkeiten, die dennoch eigenen, gesellschaftlichen Gesetzen folgt. Die Musterung, verschluckt  gezeichneten Raster, stärken das Diffuse, Unausgesprochene, aus denen sich die Bilder zusammensetzen.

Barbara Engel beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit dem Thema Kleidung bzw. mit abgelegten Kleiderhaufen. Der Farbauftrag ist cremig und altmeisterlich. Weiche Übergänge. Zoomt man sich an die Kleidung bis zur mikroskopischen Ansicht ran, zeigen sich  ungewöhnliche landschafts-ähnliche Gebilde mit teilweise abstrakten Formen. Das Fremdartige zu untersuchen beschäftigt sie an dieser Arbeit. Es entstehen Traumwelten, an die man nicht herankommt. Die gemalte mikroskopische Welt stellt in ihrem Bild die dunkle Sehnsucht nach dem Unantastbaren dar.

Eva Ammermann untersucht anhand des Kragens die kulturelle „Sprache der Mode“, angeregt unter anderem durch das gleichnamige Buch von Roland Barthes. Als Kratzschutz, Statussymbol, wie der mittelalterliche Pelzbesatz der Kleidung, oder modisches Accessoire - den Kragen gibt es in zahlreichen Varianten und vestimentäre Codes geben Auskunft über die beabsichtigte Wirkung: Der offene Kragen=Freizeit und der geschlossene Kragen=offizielle Gelegenheit beim Oberhemd. Angesetzt, befestigt, abnehmbar, ausknöpfbar, versetzbar.

Herzlich willkommen!

 

Galerie Artler Kunstkollektiv
Große Burgstr. 32
23552 Lübeck
Tel. 0175-5209777
www.artler.net

(Text Ammermann, Engel, Siegmund, Gust)